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Renchtallauf bringt 800,- Euro in die Spendenkasse

Renchtallauf 1

Renchtalsteiglauf startete am 15.07.2012 in Bottenau
Die private Initiative "laufendhelfen.de", starte am Samstagmorgen um 6 Uhr von Bottenau aus zu ihrem Lauf auf dem Renchtalsteig. Ortsvorsteher Konrad Allgeier stand zeitig auf, um die Läufer am Startpunkt am Rathaus in Bottenau begrüßen zu können und dann auf den Weg zu schicken. Er empfahl den Teilnehmern, neben dem Lauf auch die tolle und reizvolle Landschaft zu genießen und natürlich viel Spaß in dieser tollen Gemeinschaft.


(
Bild: Ortsvorsteher Konrad Allgeier, begrüßte die Startgruppe von "laufendhelfen.de" am Rathaus in Bottenau. Von dort aus startete die Gruppe zu ihrem zweitägigen Lauf auf dem Renchtalsteig.)


Der Ideengeber für diesen Lauf, Josef Wunsch, bedankte sich bei Ortsvorsteher Allgeier für seine Unterstützung und seinen Beitrag zum Renchtalsteiglauf. "Es ist schön zu früher Stunde, so herzlich in Bottenau begrüßt zu werden", so Wunsch. Mit einem Startschuss schickte Ortsvorsteher Konrad Allgeier die Läufer von "laufendhelfen.de" auf ihre Tour. Die erste Etappe erstreckt sich über 65 km bis zum Martinschopf, wo man übernachtet und sich für die 2. Etappe stärkt. Am Sonntag sind dann nochmals 35 km zu bewältigen, bevor Bürgermeister Christoph Lipps die Sportler an der Schauenburg im Empfang nimmt. Über die Erlebnisse und Eindrücke der Läufer auf dem Renchtalsteig, berichten wir in einem weiteren Artikel.


Renchtalsteiglauf war nass und toll

Oberkirch:
Trotz widrigen Wetterbedingungen, war am Zieleinlauf an der Schauenburg in Oberkirch ein einhelliger Tenor zu vernehmen: "Das machen wir wieder". Nach der zweitägigen Tour legte die Gruppe ca. 100 KM zurück, mit vielen Höhenmeter und gelegentlichen Duschen von oben. Der ausgelassenen, fröhlichen Stimmung am Ziel war gleich zu entnehmen, es hat wohl einfach riesigen Spaß gemacht. Die private Initiative "laufendhelfen.de" ist ihrem Motto auch bei diesem Lauf wieder treu geblieben "Gemeinsam starten - gemeinsam ankommen". Neben dem ganzen Renchtalsteig, von Bottenau über Oppenau, Bad Peterstal, Alexanderschanze, Allerheiligen und Schauenburg Oberkirch, machte man auch Abstecher zum Geigerskopfturm, zur Haidenkirch oder zum Glaswaldsee. Die Übernachtung in der Straußenwirtschaft Martinsschopf sorgte nicht nur für eine hervorragende Regeneration für die nächste Tagesetappe sondern auch für einen geselligen Abend.
Empfangen wurde die Laufmannschaft, an ihrem Ziel der Schauenburg in Oberkirch, von Bürgermeister Christopf Lipps. Er brachte seine Freude zum Ausdruck, dass der Qualitätswanderweg Renchtalsteig von "laufendhelfen.de" für einen guten Zweck ausgewählt wurde. Die Spenden der Teilnehmer gehen an den Verein Wassertropfen in Kehl/Kork und symbolisch bringe diese Aktion auch sehr schön zum Ausdruck, dass man in der Tat mit jedem Schritt helfen kann, so Lipps. Selbst sportlich aktiv, brachte der Bürgermeister aber auch seine Achtung vor der sportlichen Leistung zum Ausdruck. "Es ist schön, wenn Menschen ihr Hobby Laufen und ihre soziale Ader zu helfen so toll unter einen Hut bringen".
Der Ideengeber für diesen Lauf, Josef Wunsch, dankte allen, die zum Gelingen für diese Aktion beigetragen haben, insbesondere auch Bürgermeister Christopf Lipps für die Würdigung dieser Aktion von "laufendhelfen.de. Von dem Verein Wassertropfen, der mit der Spende bedacht wird, brachte Hanna Geyer ihren Dank zum Ausdruck. Da sie die Strecke mitgelaufen ist, galt ihr Dank nicht nur der Spende sondern auch für die zwei tollen Tage, die sie miterleben durfte. "Danke für die vielen Wassertropfen und in diesem Falle nicht für die von oben, sondern für die Euros die Tropfen für Tropfen in die Spendekasse flossen...", so die Vertreterin der Organisation, und insgesamt zu einem See von 800,- Euro zusmmenflossen,


Sprüche am Ziel vom Renchtalsteiglauf

Christoph Schmidt, Karlsruhe: Man muss kein Badener sein um diesen Lauf zu machen, aber es hilft ungemein.

Kerstin Müller, Landau: Bin extra zu diesem Lauf angereist und mache jetzt noch einige Tage Urlaub in dieser tollen Gegend. Freue mich schon auf den nächsten Renchtalsteiglauf.

Eddie Urban, Freistett: Ich laufe häufiger längere Strecken. Dieser Lauf war aber besonders kurzweilig und extrem toll.

Maria, Freiburg: Die Anreise hat sich echt gelohnt für diesen wunderschönen Lauf.

Brigitta Welle, Oberkirch-Haslach: Ein zweiter Renchtalsteiglauf Muss einfach auch deshalb stattfinden, damit sich dieser auch von seiner sonnigen Seite zeigen kann.

Christoph Lipps, Bürgermeister Oberkirch: Ich bin zwar nicht so der Läufer, aber bis zum nächsten Renchtalsteiglauf habe ich ja noch etwas Zeit zum trainieren.


Renchtallauf 2


Bild: Auch nach feuchten 100 KM noch super drauf, die Gruppe "laufendhelfen.de". Der Bürgermeister von Oberkirch Christoph Lipps (mittlere Reihe 4.v.l.), nahm die Läuferinnen und Läufer am Ziel ihres Renchtalsteiglaufes an der Schauenburg in Oberkirch in Empfang.

Und hier noch ein ausführlicher Bericht von EDDI:

100 km im Dauerregen für das Projekt Wassertropfen…
Den Renchtalsteig – ein rund 100km Langer Wanderweg, der von Bottenau über den
Geigerskopf, die Moos, Alexanderschanze, Schliffkopf und den Allerheiligen Wasserfällen
bis zur Schauenburg das Renchtal umschliesst in zwei Tagesetappen zu durchlaufen -
schwebte Josef Wunsch schon längere Zeit im Kopf herum.
Auf seine Frag, was ich davon halten würde gab´s nur eine Antwort: Josef, mach´s und gib
den Termin bekannt.
Ich war mir sicher, Josef setzt es in die Tat um.
Aber 100km nur laufen und walken – das sollte es alleine nicht sein.
Wenn schon 100km laufen, dann auch für einen guten Zweck . Josef kannte schliesslich
Hanna aus Durbach, und diese ist aktiv für den Förderverein „Wassertropfen-Kork“ tätig.
Der Förderverein „Wassertropfen-Kork“ engagiert sich für die Sanierung des zur Zeit
stillgelegten Therapiebades der Oberlinschule der Diakonie Kork für schwer und schwerst
behinderte Menschen – vor allem Kinder.
Die Idee des Laufens auf dem Renchtalsteig und dabei den Förderverein „Wassertropfen-
Kork.de“ aktiv zu unterstützen wurde zur Wirklichkeit.
Frei nach dem Motto von laufendhelfen.de – gesunde Muskeln laufen für kranke Muskeln.
Ihr werdet mir da nicht immer zustimmen, aber unsere Muskeln sind gesund, wenn sie sich
auch nach manch einem Lauf ganz, ganz anders anfühlen. Insbesondere dann, wenn wir das
Gefühl haben, jede Muskelfaser einzeln zu spüren.
Ich habe schon viele behinderte, gehbehinderte und schwerstbehinderte Menschen gesehen.
Bei uns im Geschäft arbeitet Sabine. Sie sitzt seit Geburt im Rollstuhl und wäre froh, sie
könnte nur 5 Meter laufen.
Das macht mir immer wieder bewusst – wie gut es mir und uns geht. Auch wenn´s mal zwickt
– was durch´s Laufen kommt – geht auch wieder durch´s Laufen weg. Wir können ja das tun,
was andere nicht mehr oder nie tun können - L a u f e n
Nun wieder zurück zu unserem „Wassertropfen“
Auch hier gilt - ohne Fleiss keinen Preis. Mal ehrlich: Es war schon verdammt früh, als mich
um 04.00 Uhr morgens ein schrilles Gebimmel – mein Wecker – mich meines Schlafes
beraubte. Und das noch an einem arbeitsfreien Samstag. Selbst der Tag war noch nicht
erwacht. Dunkelheit bestimmte noch den neuen Tag. Aber nichts desto trotz. Ich musste raus.
Eine Runde durchs Bad, frühstücken, Taschen packen und losfahren. Ich wollte ja um 05.30
Uhr bei Josef sein. So war´s auch abgemacht, denn um 06.00 Uhr wollten wir loslaufen. Auf
der Landesstraße 87 bemerkte ich, dass der Foto fehlte – ein wichtiges Laufutensil. Nein,
umkehren geht jetzt nicht mehr, sonst komm ich zu spät. Ich hoffte fest, dass jemand anderes
einen dabei hat. Karin war die Retterin in der Not.
Bei Christina und Josef angekommen, war´s 05.27 Uhr und noch ungewöhnlich ruhig. Noch
Keiner da und bei´s Wunsche war´s auch noch alles still. Also klingelte ich mal vorsichtig.
Christina mit noch kleinen, fast verklebten Augen im Schlafanzug öffnete mir die Tür und bat
mich mit noch halb schlafender Stimme, die anderen Ankömmlinge in Empfang zu nehmen.
Josef, auch noch verschlafen und seine Haare in alle Richtungen stehend ( Kommentar von
Karin: Welche Haare?) meinte kurz – Hab verschlafen, komme gleich. Wecker war auf halb
sechs anstatt auf halb 5 gestellt. So langsam füllte sich auch die Strasse mit den
Neuankömmlingen, mit denen, die Josef und Christina zwei Tage auf dem Renchtalsteig
begleiten wollten. Nachdem alle aufgetaucht waren fuhren wir mit den Autos nach Bottenau.
Am Rathaus von Bottenau wurden wir von Ortsvorsteher Konrad Allgeier herzlich begrüsst.
Herr Mussler von der Presse machte noch ein Bild von uns. Lieber jetzt als später. Noch
sehen wir gut aus ? ? ?
Josef erinnerte den Ortsvorsteher daran, dass der Beginn des Renchtalsteiges für Fremde nicht
erkenntlich ist und dies doch geändert werden sollte. Jeder sollte, wissen, wo er beginnt.
Josef, ortskundig, fand den Anfang des Renchtalsteiges gleich, sodass wir auf ihm zum ersten
markanten Punkt, dem Geigerskopfturm kamen. Er wird auch Regenbogenturm genannt,
wegen seiner bunten Farben. Unsere nächste Station war der Moosturm.
Ein weit sichtbares Wahrzeichen des Mooskopfes, der Hausberg von Gengenbach und
Oppenau. Er trennt das Renchtal vom Kinzigtal. Gleichzeitig entspringen hier das ehemalige
freie Reichstal Harmersbach und Nordrachtal. Der Moosturm selbst wurde 1890 errichtet und
vom Schwarzwaldverein als Aussichtsturm verwendet.
Nicht weit von der Moos entfernt kamen wir an einem von mehreren
Gleitschirmfliegerplätzen vorbei. Von dem aus konnten wir die Hütte sehen, in welcher wir
noch wenige Stunden zuvor Unterschlupf vor einem heftigen Regenguss suchten.
Den Moosturm sahen wir fast zwei Tage lang jeweils aus einem anderen Blickwinkel. Man
könnte diesen Lauf auch „Rund-um-den-Moosturm nennen. Oben auf der Moos ist es immer
windig, egal bei welchem Wetter wir schon da oben waren. Kurz nach dem Schäfersfeld
kamen wir am Naturdenkmal Heidenkirche mit Hexentanzplatz vorbei. Die Heidenkirche
bestehend aus mehreren großen über einander liegenden Buntsandsteinblöcken und der
Hexentanzplatz gaben den Menschen immer einen Grund für die Entstehung von Sagen und
Legenden.
Am Löcherbergwasen gab´s für uns eine kleine aber schöne Überraschung. Brigittas Kinder
hatten für uns eine Verpflegungsstation eingerichtet. Wir genossen die Pause in der warmen
Morgensonne. Es fiel uns schon schwer weiter unseres Weges zu ziehen.
Gut gestärkt schafften wir den Aufstieg zum Heidenstein, einem markanten gratartigen
Bergrücken. Weitere Buntsandsteinbrocken gab´s beim Urselstein.
Nun war der Glaswaldsee unser nächstes Ziel. Ein Karsee aus der letzten Eiszeit. Er ist bis zu
11m tief und ca. 3 Hektar groß. Sein heutiger Name: Glaswaldsee verdankt er der früheren
Glasherstellung in den umliegenden Ortschaften.
Brigitta, Maria, Annette, Hanna und Michael konnten´s sich nicht verkneifen, darin eine
Runde zu schwimmen. Wir zogen weiter zur Lettstädter Hütte und Hildahütte. Blauer Himmel
und die wärmende Sonne waren unsere Belgeiter auf den nächsten Kilometern. Wir
durchwateten wahre Moorwege. Durch den morgentlichen Regen aufgeschwämmt,
aufgeweicht und mit Wasser gefüllt gab´s nicht nur nasse Füsse sondern auch moorige
Schuhe. Mancher versuchte dem „Watt“ auszuweichen, war aber vergebens. Ein bisschen
erinnerte mich das Moorwaten an meine Kindheit. Da sind wir doch gerne von einer Pfütze in
die andere gehopst und je mehr es spritzte, je mehr hatte es uns gefallen. Je dreckiger, je
schöner war es damals für uns. Meine Eltern waren da oft anderer Meinung – und eure Eltern?
Über die Alexanderschanze – eine Passhöhe in ca. 971 m Höhe – ursprünglich 1734 erbaut
von Karl Alexander von Württemberg als militärischer Schutzwall und Renchtalhütte
erreichten wir unser erstes Etappenziel – den Martinschopf.
Glücklich aber etwas erschöpft kamen wir nach rund 60km Fussmarsch an. Die meisten
gingen zu erst duschen. Ich genoss mit Karin zuerst das, was mir schon auf den ersten 20km
des Laufes vorschwebte – ein kühles, blondes mit Schaumkrone verziertes Hefeweizen. Ich
genoss jeden Schluck, der kühl und langsam die Kehle hinabfloss. Zugegeben, es war schon
ein herrlicher Genuss, nach so einem langen Lauf ein kühles Weizen zu trinken. Musste aber
bald feststellen, dass ich den Abend nur geniessen kann, wenn ich auf alkoholfreies Weizen
umstelle, was ich auch getan habe. Den bisherigen Lauf spürte ich nicht – aber das
Hefeweizen.
So langsam füllte sich der Martinschopf mit den frisch geduschten Läufern und Walkern.
Solange sich einige nicht bewegten, sah man ihnen die Anstrengung der ersten Etappe nicht
an. Alle waren aber glücklich die erste Etappe geschafft zu haben und freuten sich auf ein
reichhaltiges Abendessen.
Dem war nicht zuviel versprochen. Es gab Getränke – Bier mit Alkohol und „bleifrei“, Wein,
alkoholfreie Getränke, Semmelknödel, Gulasch und Spätzle satt. Es wurde viel geredet,
gefachsimpelt und eine Ehrung fand statt. Christina Wunsch erhielt von ihrem Mann Josef,
die Auszeichnung Walking-Hero 2011, da sie im vergangen Jahr fast 3000km zu Fuss, mit
dem Hund und auch zeitweise mit Josef oder walkend unterwegs war. So brachte sie mehr
Kilometer unter ihre Füsse als mancher Ultraläufer. Josef bedankte sich im Namen aller
Läufer und Walker bei der Familie Kimmig vom Martinschopf für die hervorragende
Bewirtung und dass wir übernachten konnten. Denn der Martinschopf war offiziell zu.
Nur wegen unseres Projektes Wassertropfen – auf dem Renchtalsteig hatten sie für uns
geöffnet. Mehr früh als spät löste sich die versammelte Mannschaft auf, morgen am Sonntag
gings ja auf dem Renchtalsteig wieder weiter. Rund 40km bis zum Ziel – der Schauenburg
und dann noch ein paar Meter bis zu unseren Autos. Diese standen ja noch in Oberkirch bei
Christina und Josef. Rudolf und Josef konnten einem guten Wein nicht widerstehen und saßen
noch fast bis Mitternacht beieinandern.
Abends hatte ich noch meine Schuhe mit Klopapier gefüllt, damit sie am anderen morgen
einiger maßen trocken waren. Die Rolle war doch nicht mehr ganz so voll. So musste ich mir
bei Rolf und Micheal vom Zimmer neben an eine borgen. Denn Petra und ich brauchten noch
ein wenig von dem Papier. Für was? Das wisst ihr ja selbst.
Den Wecker hatten wir auf Sonntag morgen 07.00 Uhr gestellt. Ab 07.30 Uhr gab´s ein
reichhaltiges Frühstück. Kaffe, Tee, Brötchen ( Wecken ) , Marmelade ( auch Schleckel
genannt – für die, die´s mit dem Dialekt nicht so drauf haben ), Käse, Schinken, Wurst, Müsli
und Joghurt. Wer mochte, konnte sich ein Vesper für die neue Etappe einpacken.
Nach dem Frühstück versammelten wir uns für ein Gruppenfoto vor der „Tenne“ des
Martinschopfes. Dann brachen wir auf, den Renchtalsteig bis zur Schauenburg zu
durchlaufen.
Das Wetter zeigte sich noch von seiner besten Seite, was sich jedoch ab dem Schliffkopf
ändern sollte. Der Schliffkopf ist ein Berg, der auf ca. 1055 Metern ü N.N. zwischen
Baiersbronn, Oppenau und Ottenhöfen liegt. Er ist Quellegebiet der Acher und Murg.
Die nächste Sehenswürdigkeit auf unserer Tour war der Lotharpfad. Er wurde nach dem
Sturm Lothar im Jahre 1999 benannt, welcher uns damals zeigte, was ein richtiger Sturm so
alles umhauen kann – Ihn erreichten wir noch trockenen Fusses. Hier auf dem Lotharpfad
überließ man nach dem Sturm die Natur sich selbst. Bis in ein paar Jahren wird man vom
Sturm Lothar nicht mehr viel sehen. Die Natur erholte sich sehr gut. Manche Bäumchen sind
in den letzten rund 10 Jahren zu richtigen Bäumen herangewachsen. Große Baumwurzeln mit
fast 2 Metern Durchmesser zeigten uns die Größe der damals gefallenen Bäumen auf.
Auf dem 1000m Weg – benannt weil er fast immer in einer Höhe von 1000m über dem
Meeresspiegel verläuft – und am Schliffkopf hatten sich der blaue Himmel und die Sonne
verabschiedet. Es wurde düster, fast wie vor einem Weltuntergang. Dann wurden wir so
richtig von oben gewässert. Es blieb wirklich nichts mehr trocken. Bis zur Haut waren wir
nass. Es wurde schon immer gemunkelt, dass die Haut wasserdicht sei. Jetzt konnten wir es
bestätigen. Das Wasser floss die Haut hinab bis in die Schuhe. Wer keine „Goretex“ anhatte,
dem floss es wieder aus den Schuhen heraus.
Später ließ der Regen etwas nach und die Kleider fingen langsam an wieder zu trocknen.
Katharina versuchte dem Walkingschritt von Rudolf zu folgen. Dieser war doch eine
„Nummer“ zu groß. Kommentar von Rudolf – Sie soll die Fussfesseln verlängern, dann geht´s
auch.
Nach stundenlangem Laufen auf „Autobahnen“ wie Rudolf die breiten Waldwege nannte und
auf schönen schmalen Wanderwegen – neudeutsch: Trails oder Singletrails genannt erreichten
wir die Allerheitligen Wasserfälle.
Sie gehören schon seit jahrhunderten zum Kloster Allerheiligen, von dem jedoch nur noch die
Ruine steht. Nur noch Ruine ist fast untertrieben. Die Reste, die noch stehen erheben sich
majestätisch aus der Senke gen Himmel und vermitteln schon einen imposanten Eindruck –
Man konnte sich schon vorstellen, wie große und gewaltig das Kloster einst in voller Pracht
da stand. Die Allerheiligen Wasserfälle liegen auf der Gemarkung Oppenau in ca. 550 Meter
über dem Meeresspiegel. Der Lierbach – auch Grindebach genannt – stürzt hier über sieben
Stufen ca. 83 Meter in die Tiefe.
An den Allerheiligen Wasserfällen floss das Wasser nicht nur den Wasserfall hinab. Über uns
ergossen sich wiedermal die Wolken.. Zum Einen sahen wir die imposanten Wassermassen
die Allerheiligen Wasserfälle hinabstürzen zum Anderen wurden wir nicht minder von oben
gewässert. Wieder einmal, wie so oft an diesem Sonntag.
Ein paar Meter weiter an St. Ursula begrüssten uns die Kinder von Brigitta und ihr Mann, wie
schon am Samstag ( am Löcherbergwasen) mit warmem Kaffee, Tee und leckeren
Köstlichkeiten zum Essen . Es tat gut, den warmen Kaffee im Magen zu spüren und wie er
seine Wärme an den vom Regen doch etwas mehr oder weniger fröstelnden Körper abgab. Zu
gerne hätten wir uns doch noch eine Weile länger aufgehalten, aber wir sollten gegen 17.00
Uhr an der Schauenburg sein, da wurden wir von der Presse und dem Ortsvorsteher erwartet.
Es regnete weiter. Nichts desto trotz blieb uns nichts anderes übrig, als unseren Lauf fort zu
setzen. Ca. 2 Kilometer vor der Schauenburg regnete es so stark, dass wir Schutz unter einer
kleinen Hütte suchten. Wir, rund 20 Personen „quetschten“ uns förmlich ins Trockene. Dicht
an dicht standen wir da und warteten bis der Regen begann nachzulassen. Während wir so
warteten kam ein Mountenbiker von oben den Berg herab und freute sich, einen trockenen
Unterschlupf zu finden. Es schaute schon ziemlich verdutzt daher. Anstatt eine schöne,
trockene, leere Hütte vorzufinden, sah er einen mit nass triefenden Läufern vollgestopften
Unterstand.
Unverständlich war für ihn, dass man bei so einem Wetter auch noch laufen geht. Doch wir
gewährtem auch ihm noch Unterschlupf. Er gab zu, nicht damit gerechnet zu haben, bei solch
einem Wetter soviele Läufer auf einmal unter diesem Unterstand vor zu finden.
Es regnete immer noch und wollte nicht mehr aufhören. So blieb uns nichts anderes übrig, als
im Regen weiter zu laufen, denn wir wurden ja an der Schauenburg erwartet. Je weiter wir
gen Schauenburg unserem offiziellen Etappenende kamen, je mehr ließ der Regen nach. Am
Ende unseres Laufes angekommen wurden wir von Sonnenschein und einem herrlichen
Ausblick auf Oberkirch begrüsst. Die Schauenburg, im 11. Jahrhundert unter ursprünglichem
Namen Spornburg erbaute Burg bietet einen wunderschönen Blick auf Oberkirch. 367 Meter
über dem Meeresspiegel steht sie stolz über Oberkirch. Nach mehreren Besitzerwechseln ist
sie heute ein beliebtes Ausflugsziel.
Christoph Lipps – Bürgermeister von Oberkirch und Herr Mussler von der Presse warteten
schon sehnsüchtig auf uns. Sie freuten sich, dass dem Projekt Wassertropfen so viele Läufer
und Walker gefolgt sind. Sie zeigten sich fast ehrfürchtig für unsere Leistung rund 100km in
zwei Tagen bei stundenlangem Dauerregen auf dem Renchtalsteig verbracht zu haben. Josef
Wunsch bedankte sich bei allen teilnehmenden Läufern und Walkern für die „laufende“
Unterstützung und freute sich über den offiziellen Empfang.
Nach dem darauf folgenden „Fotoshooting“ hatten wir noch rund 2km zu unseren Autos.
Josef überreichte dort jedem Teilnehmer das Renchtalsteigsymbol, welches man nicht kaufen
kann. Wir nahmen diese „Throphäe“ gerne entgegen und werden sie in guter Erinnerung
behalten. Nach dieser schönen Anerkennung fuhren wir zu Brigitta und Robert zu einem
gemeinsamen Abschluss des Projektes Wassertropfen. Bei ihnen angekommen, erkannte man
gleich, wer sich am Lauf beteiligte. Die Laufbewegungen, wenn man sie so noch nennen darf,
waren bei einigen nicht mehr so rund und geschmeidig wie am Samstag morgen noch. Aber
nach rund 100km und ca. 20 Stunden laufen darf schon das eine oder andere Zipperlein
auftreten.
Wir wurden Brigitta und Robert richtig verwöhnt. Bei Pizza, Salat, Nudelgerichten,
Weizenbier, alkoholfreie Getränke, Kaffe usw. liesen wir es uns so richtig gut gehen und
füllten alle unseren leeren Depots wieder auf. Es wurden auch wieder neue Pläne für neue
Läufe geschmiedet. Denn nach dem Lauf ist vor dem Lauf.
Ein Dankeschön an Christina u. Josef Wunsch für den Lauf, Brigitta und Robert Welle und
ihren Kindern für die Versorgung auf der Strecke und nach dem Lauf. Ein Dankeschön an die
Presse Herr Mussler für den schönen Bericht und an den Ortsvorsteher von Bottenau Herr
Allgeier an Herrn Lipps – Bürgermeister von Oberkirch für die offizielle Begrüssung der
Läufer und Walker, welche für laufendhelfen.de unterwegs waren.
Wir waren nicht nur ausdauernd beim Laufen und Walken unterwegs. Die Anstrengungen der
beiden Tagen hatten sich gelohnt. 400 Euro Spenden kamen dank eurer Hilfe für das Projekt
Wassertropfen zusammen. Laufendhelfen.de – die private Initiative von Brigitte und Rudolf
Mahlburg stockte den Betrag auf 800 Euro auf. Unsere vielen kleinen Schritten brachte die
Sanierung des Therapiebades der Oberlinschule wieder einen großen Schritt nach vorne.
Rheinau im August 2012 – eddi

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